Kirchengemeinde Kirchwistedt

Die Kirchengemeinde 

Sie wird 1307 das erste Mal urkundlich erwähnt. Nach dieser Urkunde übergab Graf Johann von Stotel dem Priester Johann aus Witstede und dessen Nachfolgern eine Vogtei am Ort und das Haus seines Bruders Nikolaus mit allen Rechten. Das 700-jährige Jubiläum steht also bevor.

Die Kirche 

Sie wurde in drei Abschnitten gebaut. 

1. Zunächst gab es eine kleine Kapelle mit gewölbter Decke und einem "Brauthaus". 

2. Vergrößert wurde sie im Westen, gemauert mit Feldsteinen und flacher Balkendecke. Wann das geschah ist nicht bekannt. Das Dach und die Decke wurden 1767 erneuert. 

3. Die Kapelle im Osten wurde 1861 abgerissen und ein Anbau dem größeren Teil im Westen angeglichen. Die Wände sind mit Ziegelsteinen gemauert. Über der südlichen Eingangstür steht auf einer eisernen Tafel: "Ehre sei Gott in der Höhe. Dieser Anbau wurde fertiggestellt im Jahre 1861"


Die Kanzel 

Sie stand bis 1861 auf einem 1,5 m hohen Pfeiler zwischen dem alten und neuen Teil. Bei dem Anbau wurde die sogenannte Altarkanzel gebaut. Der ehemals hölzerne Altar wurde schon 1720 aus Steinen gemauert.

Die 12 Apostelfiguren 

Sie stammen aus der Zeit um 1520 und haben vor dem Anbau hinter dem Altar an der Wand gestanden. 1861 wurden sie an den neuen Emporen befestigt.

Johannes der Täufer 

Seine Figur steht an der Südseite zwischen den Fenstern. Nach ihm ist die Kirchengemeinde benannt.

Die Orgel 

Sie wurde von dem Beverstedter Orgelbauer Johann Hinrich Röver gebaut und am 1. Juni 1863 an den Kirchenvorstand übergeben. Sie hat zwei Manuale und 17 klingende Register. 
Es heißt, die Röver-Orgel sei ein Geschenk des damaligen Pastors Goldbeck, nachdem dieser in der Lotterie gewonnen hatte. 

Der Kirchturm 

Er wurde 1894/95 gebaut. Er ist 28,87 m hoch. Das Dach aus schwarzen Schieferplatten und die mit Dukatengold vergoldete Bekrönung wurde im Jahre 1992 erneuert. Im Zuge dieser Renovierung wurden in der Kugel Aufzeichnungen gefunden über die Reparatur des Kirchturms im Jahre 1947 und eine Beschreibung der Verhältnisse nach dem 2. Weltkrieg. Diese wurden ergänzt und wieder in die Kupferrolle eingelötet. 

Die Turmuhr 

Sie wurde 1912 für 1.650,- Mark von der Uhrenfabrik Weule in Bockenem gekauft für den im Jahre 1894/95 erbauten neuen Kirchturm. Sie konnte gekauft werden aus einem Legat Martin Böschens in Kirchwistedt. Sie muss wöchentlich aufgezogen werden und obwohl jetzt 90 Jahre alt, geht sie noch ganz genau. Auf einem der Zifferblätter steht: "pereunt et imputantur" , übersetzt: "wir ziehen dahin und werden dazugezählt."

Das Taufbecken 

Es ist aus Glockenmetall gegossen. Auf dem Rand steht " Anno 1402 wer glaubt und getauft wird". Der Kessel wird von den vier Evangelisten getragen. Der Taufkerzenständer aus Eisen wurde von der Kunstschmiede Ostereistedt angefertigt und am Pfingstsonntag 1998 in den Dienst genommen.

Die Brautstühle 

Beide sind im Jahre 1990 aus Eichenholz von den Sittenser Möbelwerkstätten hergestellt. 

Der Klingelbeutel 

Er wurde hier 1655 eingeführt. Der jetzige Klingelbeutel ist ein sehr altes Stück. Die Klingel und der Ring mit der Inschrift: "Zur Ehre Gottes und der Kirchen Zierrat. Carsten Mollenhauer, Hamburg" sind aus Silber. In dem ersten Beutel war die Jahreszahl 1708 gestickt. Letztmalig wurde der Beutel im Jahre 1936 erneuert.

Die Kirchengemeinde 

Heute gehört die Kirchengemeinde Kirchwistedt mit den Kirchengemeinden Gnarrenburg und Kuhstedt zur Region „Stark wie Eine!“, die einen pfarramtlichen Verbund mit zwei Pfarrstellen und eineinhalb Diakonenstellen bildet. Auf der einen Seite die örtliche Individualität zu erhalten, die Vielfalt des Gemeindelebens zu fördern und auf der anderen Seite den Zusammenhalt der Dörfer und Gemeinden zu stärken bildet die konstante Aufgabe aller Verantwortlichen.

Chronik der Kirchengemeinde

Welche Entwicklungen nahm das kirchliche Leben? Welche Gebäude wurden errichtet? Wer leitete die Geschicke der Kirche? Welche Menschen aus der Gemeinde spielten eine wichtige Rolle? Welche Probleme gab es mit den kirchlichen Behörden? Wie sah die Zusammenarbeit zwischen Pastoren und Kirchenvorstand aus? Welche Geschichten erzählen die vielen Einrichtungen der Kirchen? Wie kam es zum heutigen Zuschnitt der Kirchengemeinde? Wie wird es in Zukunft weiter gehen? Viele, viele Fragen, auf die man gerne eine Antwort hätte. Einige Antworten auf diese Fragen erhält, wer die neue Chronik der Kirchengemeinde Johannes der Täufer" liest. Auf 336 Seiten hat Ernst Bayer aus Kuhstedt den Versuch unternommen, in Wort und Bild die Geschichte der Kirchengemeinde an Hand von vielen Dokumenten aus dem Archiv im Kirchenbüro, aus dem Archiv in Bremervörde, aus Zeitungen, aus schriftlichen Berichten von Zeitzeugen und aus den bereits vorhandenen Abhandlungen von Hans Mindermann, Hans Dücker und Kay Oppermann zu dokumentieren. 
(Ernst Bayer) 

Die Chronik ist im Pfarramt Kirchwistedt erhältlich. Bestellungen per Email richten Sie bitte an: kirchwistedt@kkbz.de